Vorsorge in der HNO

Nachhaltiger Beitrag für Ihre Gesundheit und Lebensqualität

Vorsorgeuntersuchungen dienen nicht nur der Früherkennung von Tumoren im HNO-Bereich. Sie sind ebenfalls bei einer vermehrten Ohrenschmalzproduktion, wiederkehrenden Mandel- und Halsentzündungen, Schwindel sowie bei Allergien ratsam. Meist können akute Probleme mit einer Vorsorgeuntersuchung und einer gezielten Behebung der Ursachen abgewendet werden. Je früher wir Erkrankungen entdecken, umso größer sind Ihre Heilungschancen.

Für eine umfassende HNO-Vorsorge ist es nie zu früh: Sie beginnt bereits mit dem Neugeborenen-Hörscreening direkt nach der Geburt und der Überwachung der Sprachentwicklung Ihres Kindes. Erwachsenen empfehlen wir die jährliche Kontrolle der Sinnesqualitäten Hören, Schmecken und Riechen in unserer Praxis und die (Kehlkopf-)Krebsvorsorge. Für Risikopatienten – dazu gehören etwa Menschen in Sprechberufen, Sänger und Raucher – bieten wir besondere Vorsorgekonzepte und präventive Maßnahmen an. So führen wir beispielsweise Funktionsprüfungen der Stimmbänder mittels Stroboskopie oder Videostroboskopie durch, z. B. als Eignungsuntersuchung für die Gesangs- oder Schauspielschule, vor Operationen an der Schilddrüse oder vor einer logopädischen Therapie.

Die Untersuchung und Behandlung der „Kopfsinne“ – z. B. Hören, Gleichgewicht, Riechen und Schmecken – werden unter dem Begriff Otoneurologie zusammengefasst.

Gutes Hören ist Lebensqualität

Für viele ist das Hören der wichtigste Sinn des Menschen. Mit Hilfe des Hörens erfolgen weite Teile der Kommunikation. Ohne zu hören fühlt man sich auch unter Menschen leicht ausgeschlossen und einsam.

Weil sich Gehörschäden meist schleichend verschlimmern und lange unbemerkt bleiben, ist eine regelmäßige Hörvorsorge – am besten in jährlichen Intervallen – so wichtig. Mit der unkomplizierten Kontrolluntersuchung wenden wir uns nicht nur an Senioren: Auch bei jungen Menschen lassen sich immer häufiger Hörverluste feststellen.

Um Ihnen eine genaue und individuelle Analyse Ihres Hörvermögens zu gewährleisten, setzen wir verschiedene Hörtests – subjektive und objektive –  mittels modernster Apparaturen ein. Das Neugeborenen-Hörscreening sowie Hörtestungen bei Kindern, für komplizierte Fälle auch in Sedierung (Schlaf durch Medikamente), sind bei uns gängige Verfahren. 

Wenn wir bei Ihnen eine Hörminderung feststellen, beraten wir Sie umfangreich zur Hörgeräteversorgung, die Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Schwindel

das medizinische Chamäleon

Schwindelanfälle und Gleichgewichtsstörungen kommen zur Unzeit und können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele haben das Gefühl, die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren, sie fühlen sich hilflos, unsicher oder benommen, schwanken beim Gehen und haben Probleme bei der Orientierung. Schwindel geht zudem häufig mit Erbrechen und Übelkeit einher.

Schwindelbeschwerden müssen keine gravierenden Ursachen haben, sie sind aber immer ein Alarmzeichen, das einer gründlichen Abklärung bedarf! Dann ist die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gefragt, denn das Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr.

Schwindel ist ein Symptom verschiedener Erkrankungen im Bereich des Gleichgewichtssystems – das Zusammenspiel der Gleichgewichtssystemkomponenten ist dann nicht mehr ausgewogen. Tritt Schwindel auf, kann die Störung in folgenden Bereichen liegen:

Video-Okulographie

Mit der digitalen Videookulographie können wir schon geringe Störungen der Gleichgewichtsorgane erkennen. Dafür setzen wir Ihnen eine Video-Messbrille auf, an der Kameras befestigt sind. Diese erfassen Ihre Augenbewegungen. Die Ergebnisse werden mithilfe eines Computerprogrammes ausgewertet.

Kopf-Impuls-Test

Durch den Kopf-Impuls-Test können wir feststellen, ob Ihr Schwindelgefühl von einer Störung im Gleichgewichtsorgan (periphere Ursache) verursacht wird, oder ob das vestibuläre System im Gehirn betroffen ist. 

Sie fixieren dabei einen festen Punkt mit den Augen. Währenddessen bewegen wir Ihren Kopf vorsichtig in verschiedene Richtungen und abschließend mit einem Ruck in die Mittelstellung. Dadurch wird ein vestibulookulärer Reflex ausgelöst der Rückschlüsse auf die Ursache Ihrer Beschwerden erlaubt.

Riech- und Geschmacksstörungen

Gerüche wahrnehmen und gut schmecken zu können, ist nicht nur für die Lebensqualität wichtig. Diese Sinneseindrücke haben auch eine wichtige Schutzfunktion, beispielsweise werden Sie vor verdorbenem Essen oder schädigenden Ausdünstungen gewarnt. Sollten Sie nicht mehr richtig riechen oder schmecken können, sprechen Sie uns bitte an.

Bei Problemen bei der Wahrnehmung von Gerüchen (Ansomie oder Hyposomie) ist eine ausführliche Diagnostik der Nase mit Hilfe einer Endoskopie der Nase, Sonographie der Nase, Riechtest und gegebenenfalls einer Abstrichentnahme erforderlich.

Das Auftreten von Erkrankungen des Nervensystems wie Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson lassen sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit durch den Nachweis einer Riechstörung voraussagen. Diese Riechstörungen weisen wir mit spezifischen Riechtests nach und leiten Sie ggf. an einen mit diesem speziellen Gebiet vertrauten Neurologen weiter.

Tumorvorsorge im HNO-Bereich

Krebserkrankungen im Mund, Rachen, Kehlkopf, in Nase und Ohren nehmen immer mehr zu. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Auch deshalb, weil Kopf-Hals-Tumore (Zungen-, Rachen- oder Kehlkopfkrebs) meist erst sehr spät zu Beschwerden führen. Früh genug erkannt, sind diese Tumore aber in vielen Fällen heilbar.

Wir führen sämtliche Untersuchungen zur Krebsvorsorge durch und empfehlen – insbesondere bei entsprechenden Risikofaktoren – eine jährliche endoskopische Kontrolle der oberen Atem- und Speisewege sowie die sonographische Kontrolle der Halsweichteile. Dabei werden mithilfe einer dünnen Optik, die schmerzlos durch die Nase eingeführt wird, die oberen Atemwege mit einer hochauflösenden Videokamera beurteilt. Zungenkrebs, Kehlkopfkrebs und Rachenkrebs lassen sich so zuverlässig erkennen.

Anschließend wird durch einen Ultraschall der Halsweichteile ermittelt, ob Lymphknoten vergrößert sind oder sich Tumore in den Speicheldrüsen gebildet haben. Neben Krebserkrankungen der Atemwege können daher durch die Tumorvorsorge auch bösartige Veränderungen der Halslymphknoten, der Speicheldrüsen und der Schilddrüse erkannt und einer rechtzeitigen Behandlung zugeführt werden.

Kehlkopfkrebsvorsorge: frühzeitig Symptome erkennen

Frühzeitig entdeckter Kehlkopfkrebs kann heute in über 90% der Fälle erfolgreich behandelt werden. Bei typischen Symptomen wie Heiserkeit, die innerhalb von drei Wochen nicht abgeklungen ist, sollte eine Abklärung durch uns in der Praxis erfolgen. Insbesondere dann, wenn bei Ihnen Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholgenuss, Sodbrennen oder das Einatmen von Schadstoffen bestehen. Mögliche Symptome für Kehlkopfkrebs sind:

Zeigen sich typische Symptome, die auf das Vorliegen eines Kehlkopftumors hinweisen können, gilt es zunächst zu klären, ob überhaupt eine Gewebsveränderung am Kehlkopf vorliegt oder ob eine funktionelle Störung besteht.