Die Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA) wird eingesetzt zur Behandlung von chronischen Schmerzen und neurologischen Erkrankungen

« Zurück

Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA)

Der japanische Chirurg und Gynäkologe Dr. Toshikatsu Yamamoto machte vor etwa 40 Jahren bestimmte Punkte an Stirn und Schläfen aus, die durch Stimulation mit Akupunkturnadeln einen Heilungsprozess bei Störungen des Bewegungsapparats und des Zentralen Nervensystems auslösten. In weiteren Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet ist eine Karte mit sogenannten Yamamoto-Punkten am Kopf entwickelt worden, die z.B. der Wirbelsäule, den Hüften oder den Gesichtsnerven zugeordnet werden. Diese Punkte sind durch Schwellung, Eiterbildung, Ödem oder Schmerzen ertastbar, wenn die damit in Verbindung stehenden Körperbereiche krankhaft verändert sind. Die Methode wird auch als YNSA (Yamamoto Neue Schädelakupunktur oder Yamamoto New Scalp Acupuncture) bezeichnet.

Der Arzt nimmt die Krankengeschichte des Patienten auf und tastet bestimmte Zonen an Hals und Bauch ab, um Hinweise auf korrelierende druckempfindliche Areale am Kopf zu erhalten. So gehen z.B. Schmerzen im Arm häufig mit einer schmerzhaften Reaktion des Gewebes im Bereich der Geheimratsecken einher. An diesen Stellen werden die Akupunkturnadeln dann gesetzt. Wenn der Schmerzpunkt am Hals oder Bauch innerhalb von Minuten verschwindet, wurde der Akupunkturpunkt am Kopf korrekt getroffen. Tritt hingegen keine Besserung ein, muss der Sitz der Nadel überprüft werden. Die Therapie ist auch für Kinder geeignet, insbesondere wenn die Stimulation mit dem Laser erfolgt. Sie wird oft in Verbindung mit anderen Akupunkturverfahren und ganzheitlichen Therapieansätzen angewendet.

Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und werden kontinuierlich erweitert und ergänzt:

  • akute und chronische Schmerzen
  • funktionelle Erkrankungen
  • neurologische Erkrankungen
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • postoperative Verbesserung der Mobilisation und Wundheilung
  • Mobilisierung von Blockaden des Bewegungsapparats
  • Nervenschmerzen
  • Lähmung der Gesichtsnerven
  • Spastik
  • Schlaganfall
  • Geburtsschäden und Entwicklungsstörungen von Kindern

Sehr gute Erfolge wurden bei der Behandlung von chronischen Schmerzen und neurologischen Erkrankungen erzielt. Nach einer deutschen Studie waren die Beschwerden bei 80 bis 90 Prozent der Schmerzpatienten schon nach einer einzigen Nadelung anhaltend gelindert oder ganz verschwunden.

Unterschied zur Chinesischen Schädelakupunktur

Die japanische Schädelakupunktur nach Yamamoto unterscheidet sich grundlegend von der in der Neurochirurgie angewandten Chinesischen Schädelakupunktur. Bei dieser Therapie werden Punkte genadelt, die mit bestimmten Hirnarealen korrespondieren. Eine leichte Elektrostimulation kann den Effekt noch verstärken. Damit soll ein Umlernprozess des Gehirns in Gang gesetzt werden: Gesunde Areale des Gehirns übernehmen Ersatzfunktionen für ausgefallene Muster (z.B. die Bewegung einer Extremität).

 


Artikel weiterempfehlen »

« Zurück

©2022 Praxeninformationsseiten | Impressum